Lifehack der Woche: Elektrischer Grillfön

Die­ses Pro­blem ist so alt wie die Mensch­heit. Man ver­ab­re­det sich zum Gril­len, alle war­ten hung­rig auf das Essen. Obwohl man den Grill gewis­sen­haft vor­be­rei­tet hat (Grill­ge­rät und Rost gerei­nigt, mit Holz­koh­le gefüllt und beim Anzün­den aus­rei­chend Grill­an­zün­der benutzt) möch­te er nicht “ansprin­gen”.

Es dau­ert eine klei­ne Ewig­keit, bis die Koh­le eine aus­rei­chend gro­ße Hit­ze lie­fert, um mit der Grill­par­ty star­ten zu kön­nen. Damit nicht die ers­ten Gäs­te ver­hun­gern oder sich ver­zwei­felt über das Salat­buf­fet her­ma­chen, hilft nur anstren­gen­des wedeln mit einem Kar­ton, einer Zei­tung oder was sonst gera­de griff­be­reit liegt.

Wer gut vor­be­rei­tet ist, besitzt ein Grill­ge­blä­se mit Hand­kur­bel. Hier­mit kann man einen geziel­ten Luft­strom gene­rie­ren, und damit der Glut auf die Sprün­ge hel­fen. Eine tol­le Sache, weni­ger schweiß­trei­bend und deut­lich effek­ti­ver als wedeln.

Noch bes­ser wird es mit dem ein­fa­chen Umbau zum elek­tri­schen Fön. Hier exklu­siv unse­re Bau­an­lei­tung zum nachmachen!

Der Standard Kurbelfön

Für den Umbau benö­ti­gen wir zuerst einen stan­dard Kur­bel­fön. So ein Ding kos­tet zwi­schen 2 und 5 Euro und es gibt ihn in fast jedem Bau­markt oder Discountsupermarkt.

Doch was ist eigent­lich schlecht dar­an? Der Kur­bel­fön ist laut und anstren­gend. Die mecha­ni­sche Ener­gie, die man mit­hil­fe der klei­nen Kur­bel auf­bringt, wird zu einem gro­ßen Teil in Quietsch- und Schleif­ge­räu­sche umge­wan­delt. Hier geht eine Men­ge Kraft im Getrie­be, im Fett und in der Rei­bung zwi­schen den Ein­zel­tei­len verloren.

Seine Einzelteile

Zuerst müs­sen wir den Fön kom­plett zer­le­gen. Über fünf Schrau­ben wird alles zusam­men gehal­ten, das Flü­gel­rad ist auf die Ach­se gepresst und und wird ein­fach abgezogen.

Was wir nicht mehr brauchen

Das Getrie­be und die klei­ne Kur­bel brau­chen wir nicht mehr. Eben­falls kann die Metall­ach­se in den Müll. Den Schrott am bes­ten in ein Taschen­tuch ein­schla­gen, damit sich das Fett nicht unkon­trol­liert ver­teilt und am Ende alles klebt.

Material und Werkzeug

Für die Elek­tri­sie­rung des Grill­föns benö­tigst du fol­gen­des Material:

  • Eine 9V Batterie
  • Anschluss­ka­bel für 9V Batterie
  • Einen Schal­ter
  • Den Motor aus einem defek­ten CD-Lauf­werk incl. Schrau­ben. Oder ein ande­rer Klein­mo­tor mit einer Betriebs­span­nung zwi­schen 5 und 12V

Die­ses Werk­zeug soll­te man haben:

  • Cut­ter­mes­ser zum Beschnei­den des Kunststoffgehäuses
  • Löt­ge­rät und Löt­zinn (Not­falls tut es auch eine Lüsterklemme)
  • Heiß­kle­ber zum Iso­lie­ren und Fixieren
  • Fei­ne Schraubendreher

Umbau zum elektrischen Grillfön

Für den Umbau müs­sen Ver­än­de­run­gen am Gehäu­se vor­ge­nom­men wer­den. Im Griff soll die Bat­te­rie unter­ge­bracht wer­den, dar­um müs­sen die Kunst­stoff­rip­pen ent­fernt wer­den. Außer­dem brau­chen wir ein Loch (roter Punkt) für die Kabel zum Motor.

Der Klein­mo­tor wird dort unter­ge­bracht, wo vor­her das Getrie­be war. Er muss mit­tig im vor­han­de­nen Loch sit­zen und wird mit den bei­den Schrau­ben fixiert.

Die Verkabelung

Für den Schal­ter wird das Loch (dort wo vor­her die Kur­bel durch­ge­steckt war) auf­ge­wei­tet. Mit dem Cut­ter­mes­ser die run­de Öff­nung eckig machen, und den Schal­ter ein­clip­sen. Außer­dem kann man ihn zusätz­lich mit Heiß­kle­ber fixieren.

Die Kabel des Motors müs­sen mit dem Schal­ter und der Bat­te­rie­klem­me wie folgt ver­bun­den wer­den (Sie­he nächs­tes Foto). Der Schal­ter wur­de ange­lö­tet. Man sieht, dass die roten mit den schwar­zen Kabeln ver­bun­den wur­den — dies ist eigent­lich falsch. Aber sonst wür­de der Motor falsch her­um drehen.

Daher: Unbe­dingt die Ver­ka­be­lung tes­ten, ob der Motor in die rich­ti­ge Rich­tung dreht und Luft vorn aus dem Fön her­aus kommt. Wenn nicht ein­fach den Motor umpolen.

Final assembly

Nach­dem die Elek­tro­nik auf Funk­ti­on getes­tet wur­de, wird alles wie­der zusam­men gebaut. Die Bat­te­rie passt genau in den Griff, die Kabel müs­sen eben­falls im Gehäu­se ver­schwin­den und soll­ten nicht zwi­schen den Gehäu­se­hälf­ten ein­ge­klemmt wer­den. Wenn alles rich­tig gemacht wur­de, soll­te man den Umbau auf dem ers­ten Blick gar nicht erkennen.

Viel Spaß und Erfolg beim Umbau. Mit die­sem Fön erreicht man inner­halb kür­zes­ter Zeit und ohne gro­ße Mühen eine wun­der­ba­re Grill­glut. Auch Lager­feu­er oder der Holz­ofen bren­nen damit schnel­ler und besser.

Praxistest